21.03.2019 23:26

Bis vom Auwald nichts mehr übrig ist?

wird die Au bald nur mehr so aussehen?

Beim Frühjahrsspaziergang in der Au gewinnt man den Eindruck, dass bald nix mehr da sein wird, was zum Spazierengehen animiert...
Seit drei Jahren wird massiv gefällt. Es gibt kaum eine Ecke in der Au, an der sich nicht Holzberge stapeln.

Trotzdem bleibt der Schilderwald gleich: er verbietet das Betreten - und gibt keine Information darüber, warum das Betreten des Waldes gefährlich sein könnte und wann und wo diese Gefahr nicht mehr besteht.

Darf man überhaupt reingehen?

Betreten verboten
Betreten verboten
Schon bei der Werftbrücke erfahren wir, dass die Au nur unter Lebensgefahr zu betreten ist.
Die fleißige Ameise der via Donau erklärt uns aber nicht, wo, warum und wie lang sie hier für uns im Einsatz ist. Aber immerhin findet man im Kleingedruckten, dass man "auf eigene Gefahr und Risiko" das Stoppschild ignorieren darf.

Die diverse Schilder in der Au sind schon etwas strenger gehalten. Im Sperrgebiet ist das Betreten sogar verboten - d.h. wer "erwischt wird" muss mit Strafen rechnen. Das "Ablaufdatum" des Sperrgebietes mit 31.3.2019 ist sichtbar schon 2x verlängert worden. Die Information über die Verlängerung der Sperre um ein weiteres Jahr (das ist zumindest unser Informationsstand aus dem zuständigen Ausschuss) findet sich noch nirgends...

Bei allem Verständnis dafür, dass die Stadtgemeinde keine Haftung für ev. umfallende Bäume tragen will: Bei diesem Schilderwald kann man nur mehr auf "ignore" schalten oder man verzichtet (seit Jahren) gänzlich auf einen Spaziergang in der Au...

Hinweis auf die Ursache fehlt

Wurzel
Wurzel
Einen Hinweis auf die Ursache der vielen Schilder findet man aber in der gesamten Au nicht: Durch das Eschentriebsterben können Bäume tatsächlich "ohne Vorwarnung" umfallen - und klar, da sollte man dann nicht grade drunter stehen. Wer genau schaut, sieht auch am "Wegrand" offenbar die Reste von entwurzelten Bäume, die ansonsten "ganz gesund" ausschauen

Die Stadtgemeinde Korneuburg ist nicht Schuld am Eschentriebsterben (bzw. nur zum Teil - denn Ursache ist vor Allem auch der Klimawandel).
Die Stadtgemeinde Korneuburg wäre aber dafür zuständig, die Bevölkerung bzw. die Au-SpaziergeherInnen doch etwas genauer über die mögliche Gefahr aufzuklären.

Würde man z.B. am Eingang zur Au einen solchen "Entwurzelten Baumstumpf" platzieren und erläutern - wär das sicherlich wirkungsvoller als der derzeitige Schilderwald...

Gefahr auf Geh- und Radwegen?

Wegrand
Wegrand
Die meisten Au-BesucherInnen sind auf den Geh- und Radwegen in der Au unterwegs. Für sie wäre schon die Information "gilt abseits der Geh- und Radwege" hilfreich.

Denn die Wegränder sind scheinbar großteils "bereinigt" - d.h. "gefährliche Eschen" bereits gefällt. Falls hier noch Abschnitte fehlen, wäre es natürlich sinnvoll, diese Fällungen vorzuziehen - oder "Seitenwege" die noch nicht bereinigt sind, deutlich zu markieren.

Seit 3 Jahren Sperrgebiet und Fällungen ...

Holzhaufen zu Hauf
Holzhaufen zu Hauf
da muss doch auch abseits der Wege bereits einiges gefahrlos betretbar sein!

Statt flächendeckender Sperrgebietsschilder wäre eine klare Markierung, wo (noch) Eschentirebs-Baumsturzgefahr herrscht, sinnvoller weil:
- die Sperre dann eher eingehalten würde
- die Au-BesucherInnen dann auch nicht nur die vielen Holzstöße sehen würden, sondern auch den "Erfolg" eines wieder betretbaren Auwald-Stückes.

Und klar - wenn man so bei einem kurzen Waldspaziergang an zig riesigen Holzstößen vorbeikommt, die insgesamt den Eindruck erwecken, dass die Bäume doch gesund waren - dann schaut das nicht nach nachhaltiger Waldwirtschaft aus, sondern nach "Holzindustrie"...

Nachhaltige Waldbewirtschaftung ohne Esche?

Die Esche ist zwar eine der am häufigsten vorkommenden Bäume in der Korneuburger Au - aber es gibt sehr unterschiedliche Bereiche und nicht überall ist ein "Radikalschnitt" notwendig.
Es fragt sich auch, ob tatsächlich alle Teile der Korneuburger Au innerhalb kurzer Zeit von Eschen befreit werden müssen.

Wann/wie viel/welches Holz dem Wald entnommen wird - und was/welche Bäume aufgeforstet werden - das ist Inhalt eines Waldbewirtschaftungsplanes.
Korneuburg hat einen solchen 2014 erstellen lassen - der sich nun leider überholt hat.

Umso wichtiger wäre es, JETZT einen neuen Plan zu erstellen!

Denn die Au ist nicht nur "unser Naherholungsgebiet Nummer 1" - sondern auch die Grüne Lunge der Stadt! 1 ha Wald filtert jährlich rund 10 Tonnen Kohlendioxid! Die Stadtgemeinde Korneuburg besitzt eine Waldfläche von 204 ha.
Dazu beeinflusst die Au natürlich auch unser lokales Klima und damit unsere Lebensqualität!

Jeder versteht, dass das Eschentriebsterben Konsequenzen haben muss. Sich so gar keine Gedanken darüber zu machen, wie wir die negativen Auswirkungen auf unsere Lebensqualität so gut wir möglich in Grenzen halten, ist fahrlässig!